Fischmarkt Altona. Die Themen.

Aber nicht nur erlauschte Fragen, auch die Bilder sind spannend. In Reih' und Glied stehen Türme mit Gemüsekisten neben wartenden Einkäufern an der Kaimauer zur Elbe: Was sind das für Leute, die hier kistenweise Obst und Gemüse kaufen? Gelassen schlendern zwei Polizisten über den Markt. Lauern sie auf Taschendiebe oder rufen sie irgendwann: „Die Marktzeit ist zu Ende!“ Im Matrosenanzug steht Uwe im Fenster der Kneipe „Zum Verholer“, die nur sonntags öffnet. Was hält ihn hier, warum zieht er nicht weiter? „Wir brauchen Euer Geld!“, ruft ein pensionierter Bäcker auf seinem Verkaufswagen und schmunzelt spitzbübisch. Warum steht er hier jeden Sonntag morgen und verkauft? Zwei Einkäufer balancieren eine kleine Kiste Kräuter auf zwei Kisten Erdbeeren. Die Kräuter rutschen, die Partner trennen sich: Jede trägt für sich allein. Andere sind besser vorbereitet und lotsen schwere Koffer - auf Sackkarre montiert - durch die Menge.

Aus diesen Bildern ergibt sich die Struktur des Buches: Geschichten, die alltägliche Fragen auf einem nicht alltäglichen Markt beantworten. Geschichten mit Bildern illustriert. Bilder eines sonntäglichen Morgens, die die sozialen und kulturellen Erwartungen von Ottilie Zeitgenössin schildern. Hintergründe eines 'Events', der kein 'Marketing-Event' ist. Hier ist alles echt. Markt für die alltäglichen Bedürfnisse der Eingeborenen von Hamburg und Umzu. Und zu den alltäglichen Bedürfnissen gehören heute auch PACE-Fahnen und Handyschalen.
... zurück
navigation:Startseite